Freitag, 5. April 2013

Breathe - Gefangen unter Glas


Autorin: Sarah Crossan

Inhalt:
Nach dem Switch scheint ein Leben außerhalb der Glaskuppel für die meisten Menschen unmöglich. Der Sauerstoffgehalt ist nämlich extrem gesunken, Sauerstoff ist nicht mehr das am häufigsten vorkommende Element auf Erden. Die Überlebenden des Switches haben sich in der Kuppel zu "Breathe" zusammengeschlossen.
Quinn, der als Sohn eines ranghohen "Breathe"-Direktors als Premium eingestuft wird, wollte mit seiner besten Freundin Bea, einer zweitklassigen Second, eigentlich nur einen harmlosen Ausflug ins Ödland machen. Doch an der Grenze trifft er auf Alina. Sie hat sich schon vor Langem den Rebellen angeschlossen, die gegen das eingeschränkte Leben unter der Kuppel kämpfen, wurde aber nie gefasst.
Die Begegnung mit Alina verändert für Quinn und Bea alles. Nachdem sie ihr mit einem Trick aus der Kuppel helfen, folgen sie ihr und entdecken daraufhin Dinge, die sie niemals zu träumen gewagt hätten. Ein Umbruch mit Folgen für die ganze Menschheit beginnt...

Infos zum Buch:
"Breathe - Gefangen unter Glas" ist im dtv Verlag erschienen, hat 432 Seiten und kostet gebunden € 16,95 [D].
So weit ich weiß, ist es der erste Teil einer Trilogie.
Empfehlen würde ich das Buch ab etwa 14 Jahren.

Cover:
Das Cover finde ich im Prinzip ganz cool, aber natürlich nicht überragend, da es nicht so aufwendig gemacht wurde. Schade finde ich, dass nur zwei der drei Hauptpersonen darauf gezeigt werden. Dennoch wurde es meiner Meinung nach abgesehen davon der Stimmung im Buch entsprechend gestaltet und das ist ja die Hauptsache.

Autorin:
Sarah Crossan wurde in Irland geboren und verbrachte den größten Teil ihrer Kindheit und Jugend in England, wo sie u. a. an der Cambridge University unterrichtete. Mittlerweile lebt sie in den USA, hat ihren Job als Englischlehrerin aufgegeben und widmet sich ganz dem Schreiben.

Meine Meinung:
Im Grunde genommen habe ich es schon befürchtet. Nein, ich meine nicht, dass dieses Buch schlecht sein soll - ich meine eher, dass es nicht aus der Masse an Dystopien heraussticht. Dass mich das Buch zwar überzeugen konnte und das wirklich klar, aber es mir leider an Individualität und Einzigartigkeit gefehlt hat. Bestimmt wäre dieses Buch eines meiner Lieblingsbücher geworden, wenn ich noch nie eine Dystopie gelesen hätte. Aber insgesamt betrachtet geht es mir doch ein wenig zu sehr unter, da können auch Atemmasken und die aus wissenschaftlicher Sicht sogar irgendwie nachvollziehbare Idee mit dem Sauerstoffmangel nicht viel ausrichten.
Eigentlich läuft es ja grundsätzlich wie in einer ganz normalen Zukunftsvision - negativ dominierende Regierung, Unterdrückung der Menschen, Jugendliche wehren sich in irgendeiner Weise gegen das Regime, ein Mädchen liebt einen Jungen, ihre Liebe wird jedoch (zunächst) nicht erwidert, derselbe Junge liebt nämlich eine andere, die sehr unerreichbar erscheint. Und das Ende - ein leichter Cliffhanger und etwas, was (Achtung, Spoiler - zum Lesen bitte markieren!) man mit ein bisschen gutem Willen als Happy End definieren könnte, da es für alle Beteiligten durchaus schlechter hätte enden können.
Das ist zwar alles ein bisschen klischeehaft aber irgendwie ist das auch nicht die Schuld von genau diesem Buch. Denn wenn ich, wie oben erwähnt, noch nie eine Dystopie gelesen hätte, wäre mir das Klischeehafte an diesem Buch gar nicht aufgefallen und es würde wirklich zu meinen Lieblingsbüchern gehören. Was mich jedoch stört ist, dass mittlerweile sehr viele Jugendbücher in diese Richtung ausgelegt sind und mir persönlich die Individualität irgendwie verloren geht. Aber das ist jetzt ein anderes Thema, kommen wir also zurück zu diesem Buch:
Der Schreibstil ist sehr jugendlich und unkompliziert gehalten und das Buch lässt sich ziemlich schnell lesen - die Seiten fliegen teilweise nur so dahin. Leider werden aber meist nur Handlungen beschrieben und die Gefühlsebene der Protagonisten kommt für meinen Geschmack etwas zu kurz. Dennoch wird der Spannungsbogen bis auf einige Ausnahmen konsequent aufrecht erhalten und ich wollte - besonders zum Ende hin - nur noch weiterlesen. Wie es im zweiten Band weitergehen soll, kann ich mich jedoch noch gar nicht vorstellen, da das Ende zwar einen leichten Cliffhanger hat, aber in keiner Weise eine Voraussicht auf den nächsten Teil gezeigt wird.
Auch die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, besonders die Hauptprotagonisten erscheinen mir sehr authentisch und sympathisch. Ich finde es nach wie vor sehr schade, sie nicht im echten Leben zu kennen, da sie mir während des Lesens wahnsinnig ans Herz gewachsen sind. Außerdem hatte ich stets das Gefühl, dass ihre Handlungen nachvollziehbar sind und sie ihrem Alter entsprechend handeln, was ja in vielen anderen Büchern leider nicht der Fall ist.
Insgesamt kann ich nur sagen: Ein überzeugendes, aber nicht überragendes Buch. Dennoch in jedem Fall lesenswert!

Fazit:
Ein in jeder Hinsicht gutes, spannendes Buch, das aber leider stellenweise sehr klischeehaft ist. Außerdem kommen mir die Gefühle der Hauptprotagonisten etwas zu kurz, da fast nur Handlungen beschrieben werden. Dennoch ein lesenswertes Buch, das hält was es verspricht! Dafür gibt es von mir knappe 8 Herzen:

♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥ (8 von 10 Herzen)


Vielen herzlichen Dank an den dtv-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!!

Kommentare:

  1. Schöne Rezi :)
    Ich denke, ich werde mir das Buch nicht neu kaufen, aber wenn ich es mal günstiger sehe, nehm ich es mit.

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  2. Das habe ich jetzt schon öfter gehört und es war auch meine Befürchtung, dass es nicht sowas komplett neues ist, weswegen ich immernoch hadere, nicht einfach ein wenig abzuwarten und es dann auch mal irgendwo billiger ergattern zu können ;) Nur was mir nicht so oft untergekommen ist, war eigentlich diese Geschichte mit den zwei Mädchen und dem Jungen, deshalb bin ich trotzdem sehr neugierig^^

    Liebste Grüße,
    L E Y

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  3. Ich habe bisher nicht ganz so viele Dystopien gelesen, also sollte ich wohl das noch vorher lesen.
    Allerdings ist der Hype darum genauso groß wie damals bei den ganzen Vampirgeschichten. Die schossen ja auch nur so hervor. Irgendwann hat man darauf keine Lust mehr.
    Bin gespannt wann das bei mir nachlässt.

    Danke für deine tolle Rezension.

    Liebe Grüße
    Vanessa

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  4. Tolle Rezi! Ich bin auch schon einige zeit am überlegen, ob ich mir das Buch kaufen soll oder nicht. Nachdem die deine Bewertung gesehen habe denke ich, dass ich es auch irgendwann mal lesen möchte :)

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    1. Du solltest es auf jeden Fall auch mal lesen aber es eilt jetzt nicht unbedingt, sooo toll ist das Buch dann auch nicht... ;)

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  5. Sehr schöne Rezi, ich habe Breathe auch gelesen, da ich es als Testleser bekommen habe und ich fand es nicht schlecht, aber auch nicht wirklich rausreißend gut. Wenn du Lust hast, schau dir doch mal meine Rezi dazu an und hinterlass ein Kommentar. ich würde mich sehr darüber freuen :D

    Liebe Grüße, Lotti Lunatic
    http://lottasbuecher.blogspot.de/2013/03/sarah-crossan-breathe-gefangen-unter.html

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  6. Schöne Rezi :) Ich denke im Moment gibt es einfach zu viele Dystopien, und die sind nun mal alle ähnlich... Genau deswegen hab ich auch erstmal die letzte Zeite eine kleine Dystopienpause eingelegt :D Dann kann ich jetzt wieder so eine Dystopie lesen, als wenn es meine erste wäre (zumindestens fast :D) Das Buch steht auf jeden Fall auf meiner Wunschliste :)

    Liebe Grüße
    Chrisi

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    1. Danke!! :) Das mit der Dystopienpause ist wirklich eine gute Idee... ;)

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  7. du hast einen so so wunder schönen blog auf die beine gestellt es ist der wahnsinn =) ich würde mich riesig freuen wenn du mich auch mal besuchen würdest =)

    http://crazybooks0055.blogspot.de/

    liebe grüße dinah

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    1. Danke!! :D Deiner gefällt mir auch ganz gut... ;)

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  8. Tolle Rezension!!!! Und deinen Blog finde ich auch total klasse <3
    LG Antonia :)
    http://antoniasbuecherundfilme.blogspot.de/

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  9. So ganz neu ist die Idee mit dem Sauerstoffmangel auch nicht, ich habe bspw. schon vor vielen Jahren mal den Roman "Oxygenien" gelesen, wo es auch genau darum ging. Wenn auch der Rest eher so das übliche Schema ist, ist das echt schade. Aber ich werde das Buch sicher trotzdem mal lesen und mir noch meine eigene Meinung bilden. Danke trotzdem für deine kritische Rezi :-)

    LG Michaela

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    1. Das ist ja echt interessant!! Aber irgendwie wäre es auch komisch, wenn die Idee total neu wäre - da hast du Recht :)

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  10. Doch, es ist die Schuld der Autorin, wenn sie aus einer guten Idee das Gleiche macht wie viele vor ihr - denn man beschäftigt sich mit einem Genre, man weiß, was abgeht. Andererseits wäre ein Abweichen vom Schema ein Risiko gewesen - und wer geht das ein?

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Danke für deinen Kommentar! Ich freue mich immer total, weil ich Kommentare einfach liebe... :)
Meine Antwort findest du direkt unter deinem und, sofern sie etwas ausführlicher ausfällt, unter dem aktuellen Post auf deinem Blog!
♥ ♥ ♥